Scott Foil Premium - getestet von Enrico Poitschke

Scotts Edelrenner „Foil Premium“ gilt, gemessen an aerodynamischen Gesichtspunkten, als wegweisendes Rad. Ähnlich anderen Mitbewerbern, setzen auch die Schweizer auf einen möglichst steifen und leichten Rahmen, der optisch ansprechend ist. Das „Foil“ geht auf einen Prototypen zurück, der Mark Cavendish während der Tour de France 2009 zu ersten Erfolgen führte. Seitdem hat sich einiges getan. Der Brite ist zwar mittlerweile auf Specialized unterwegs, Scott ist aber dennoch weiterhin prominent im Profi-Peloton vertreten: Sowohl Orica-GreenEdge um Simon Gerrans, als auch IAM um Heinrich Haussler vertrauen auf das Rad. Und das nicht ohne Grund!

Vor einigen Jahren sorgte Scott mit „Addict“ für Aufsehen. Dessen Rahmen wog damals unter 800 Gramm und unterbot damit vergleichbare Modelle der Mitbewerber um Längen. Mit der Entwicklung des „Foil“ wollten die Ingenieure dann den nächsten Schritt gehen, indem sie dem Rahmen eine „Aerokur“ verpassten. Die Anwendung der hauseigenen F01-Technologie erlaubte es ihnen dabei, einen Rahmen herzustellen, der aufgrund der Formgebung seiner Rohre auch bei geringen Geschwindigkeiten den Wind besser ableitet und dadurch mehr Vortrieb garantiert.

//Ausstattung

Der Rahmen des „Foil“ ist aus HMX-Carbon gefertigt. Dieses bietet eine enorm hohe Steifigkeit, obgleich an entscheidenden Stellen Material eingespart werden kann. An das aerodynamische Konzept des Rahmens anschließend, sind alle Züge konsequent innen verlegt. Der Kettenfänger, die Sattelklemme und der Steuersatz sind vollständig in den Rahmen integriert. Der Akku der an meinem Testrad verbauten „Dura-Ace 9070 Di2“ ist auf einer Schiene unterhalb des Flaschenhalters befestigt. Zwar ist der Blick auf das so auf dem Rahmen angebrachte Herzstück von Shimanos neuer elektronischer Schaltreferenz etwas gewöhnungsbedürftig, dafür funktioniert die Gruppe einwandfrei und kennt keine Kompromisse. Butterweich gleitet die Kette über die Kassette und vermittelt so ein mehr als nur direktes schaltvergnügen. Die Kompakt-Übersetzung, die am Rad verbaut ist, macht für jeden Sinn, der gern mal in die Berge möchte, sich seiner Kondition jedoch nicht sicher ist. Ambitionierte Fahrer können sich dank der neu gestalteten Kurbel auch für größere Blätter entscheiden.

Neben der Ritchey-Front sind am Rad zudem Teile der Scott-Tochter Syncros verbaut. Am auffälligsten sind die „RR1.0“-Laufräder. Diese verfügen über eine 50er-Felgenhöhe und passen somit perfekt in das Gesamtkonzept des „Foil“. Sie sind steif, jedoch nicht zu hart und lassen sich relativ problemlos beschleunigen. Auch die verwendeten „GrandPrix 4000“ von Continental stehen meinem Testmodell gut. Sie wecken unabhängig der äußeren Bedingungen Vertrauen.

// Fazit

Mit dem „Foil“ sind Tempowechsel kein Problem. Das steife Tretlager vermittelt stets genügend Sicherheit. Dank des Lenkwinkels von 73 Grad und einem Radstand von gerade einmal 995 Millimetern fuhr sich das Rad so, wie man es sich von einem Renner erhofft: Schnell und präzise ließ es sich um Kurven jagen und machte so auch bei Abfahrten enorm Spaß. Scott hat hier einen echten Hans Dampf im Programm, der in der Premium-Ausstattung keine Wünsche offenlässt. Bis ins kleinste Detail wirkt das Rad durchdacht. „Race ready“ punktet das „Foil“ so durch seinen permanenten Vorwärtsdrang.

Antrieb:
Shimano Dura-Ace 9070 Di2

Lenker:
Ritchey WCS Carbon EVO Curve

Vorbau:
Ritchey C260 Carbon Superlogic

Bremsen:
Shimano Dura-Ace 9070

Sattel:
fi’zi:k Arione CX

Laufräder:
Syncros RR1.0

Reifen:
Continental Grand Prix 4000

Gewicht:
6,5 Kilogramm

Pro:

* Design und integrierte Features
* Ausgewogenes Handling
* Gewicht und Steifigkeit

Preis:
10999,00 Euro

Testbericht von www.velomotion.de - Die Radsport-App

Fotos: Fotos: Veit Hammer

 

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